Schulleben


Frauenauer Grundschüler erkunden das Landwirtschaftsmuseum
Die Kombiklasse 3/4 und die Klasse 4 der Grundschule Frauenau besuchten das Landwirtschaftsmuseum und die noch bis Ende Februar laufende Sonderausstellung "Die lustige Spielzeugschachtel". Zu dieser Unterrichtsfahrt lud der Gartenbauverein Frauenau, ein wichtiger Kooperationspartner der Schule, die Kinder ein. Vorsitzende Vroni Kerschbaum hatte die Lehrfahrt vorbereitet und organisiert. Auch die Kosten teilte sich der Verein mit dem Elternberat. Gemeinsam mit Willi Walter, ehemaliger Lehrer der Schule und aktives Gartenbau-Vereinsmitglied, und den Lehrern Ulrike Bachl und Evi Wenig machten sich die Schüler auf den Weg nach Regen. Museumspädagogin Lisa Köck nahm die Kinder in Empfang. In Tastschachteln sollten sie nun erfühlen, was sich darin verbirgt. Schnell war das Rätsel gelöst: Kleine, bemalte Holzspielsachen kamen zum Vorschein. Schon war der Bogen zum Thema der Sonderausstellung "Die lustige Spielzeugschachtel" gespannt. Im Ausstellungsraum konnte man jetzt in eine "Welt im Kleinen" eintauchen und Miniaturspielzeug, Räuchermännchen, Nussknacker oder Häuser aus Holz entdecken. In verschiedenen Figurengruppen mit vielen liebevollen Details fanden die Kinder Hirten mit ihren Herden, eine Bäuerin mit Hühnerhof, ein kleines Dorf oder sogar einen Würstelgriller. Nachdem Lisa Köck mit einem Spiel auf bestimmte Figuren hingewiesen hat, erfuhren die Schüler auf sehr kindgerechte Art viel Wissenswertes rund um die kleinen Kostbarkeiten: In einem Ort im Erzgebirge namens Seiffen sind diese Ausstellungsstücke entstanden. Ein waldreicher Ort wie Frauenau, in dem die Menschen früher von der Glasherstellung lebten. Als dieser Markt wegbrach, mussten sich die Menschen eine andere Einnahmequelle überlegen. Holz war vorhanden, also fingen die Menschen an zu schnitzen und Holzspielzeug herzustellen. Schnell wurde diese Geschäftsidee zu einem großen Erfolg und das Spielzeug wurde bis nach Amerika geliefert. Um Versandkosten zu sparen, fertigte man die Figuren schließlich sehr klein und verpackte sie in Spanschachteln. Anschließend begab man sich eine Etage tiefer in den Werkraum des Museums. Dort erfuhren die Schüler in einem Film, was hinter einem "Holzreifendreher" steckt. Mit Hilfe einer Drehbank fertigt der Drechsler beim Langholzdrehen aus eckigem Holz rundes. Dies diente als Grundform für alle gedrechselten Erzgebirgsfiguren. Nun juckte es alle schon in den Fingern. Endlich durften die Kinder selber an die Arbeit und eine kleine Kuh als Schlüsselanhänger fertigen. Zuerst schlug man aus dem Holzreifen die Figur. Dann machten sich die Kinder geschickt ans Feilen und reiben, um die Formen abzurunden. Nach dieser für manche schweißtreibende Arbeit durfte das Tier noch bemalt werden. Nachdem es getrocknet war, bohrten sich die Schüler gekonnt den Aufhänger ins Holz. Natürlich durfte zum Schluss jeder sein "Kunstobjekt" in eine Spanschachtel verpacken. Nach dem gelungenen Workshop übernahm Willi Walter die Führung durch das Museum. Da im Schulgarten Frauenau das letzte Jahr ganz im Zeichen des Getreides stand, ging es jetzt beim Rundgang schwerpunktmäßig um das Säen, Ernten und Verarbeiten des Getreides. Der ehemalige Lehrer zeigte den Kindern anhand der Ausstellungsstücke, wie sich die bäuerliche Arbeit in den letzten hundert Jahren verändert hat. Die Schüler zeigten sich interessiert, machten Fotos und viele nahmen sich vor, das Museum noch einmal mit ihren Eltern zu besuchen.
Bild u. Text: Evi Wenig


Lisa Köck erklärt den Weg vom Holzscheit bis zum Miniaturspielzeug.


Willi Walter beantwortet beim Rundgang viele Fragen.