Schulleben

10.06.2013
Bei den Frauenauer Grundschülern dreht sich alles ums Glas
Es ist Pflichtprogramm in unserer Region, den Schülern im Fach Heimat- und Sachunterricht alles Wissenswerte über das Thema Glas zu vermitteln. Gerade der Glasmacherort Frauenau, das gläserne Herz im Bayerischen Wald, hat eine alte Glastradition. Auch wenn die Arbeitsplätze in diesem Handwerk immer weniger werden, haben auch heute noch viele Kinder durch die eigenen Familie oder durch Freunde einen engen Bezug zum Glas. Als in der 4. Klasse mit dem Thema Glas begonnen wurde, brachten viele Schüler Anschauungsmaterial von zu Hause mit. "Das hat mein Vater mundgeblasen" oder "Dieses Stück hat meine Mama in ihrer Ausbildung gemacht", verkündeten die Kinder stolz. Gerne nutzt die Frauenauer Grundschule natürlich auch die vielen außerschulischen Lernorte zu diesem Thema. Daher machten sich die Klasse 4 gemeinsam mit Klassenlehrerin Evi Wenig und Fachlehrerin Eveline Geiger auf,  um sich vor Ort von Experten informieren zu lassen. Zuerst erkundete man mit dem Hüttengeist "Durandl" das Glasmuseum Frauenau. Bettina Fuchs führte die Kinder gekonnt durch die Geschichte des Glases und bearbeitete mit den Schülern den Kindermuseumsführer. Das Vorwissen aus dem Unterricht erleichterte die Beantwortung der Fragen erheblich und die Schüler ernteten dafür ein dickes Lob von der erfahrenen Museumsführerin. Zum Schluss durften die Kinder noch einige Fragen rund ums Glas und zum Museum stellen. So erfuhren sie, welche Glasobjekte die wertvollsten sind oder dass das Glasmuseum im nächsten Jahr in den Besitz des Freistaates Bayern übergeht, also ein Landesmuseum wird. Zwischendurch stärkte sich die Klasse mit einer Brotzeit im Museum. Anschließend ging es weiter zum Glasfusingkurs mit Doris Heindl. Die Glaskünstlerin erklärte den Kindern die Technik des Glasfusings und gab viele praktische Tipps. So konnten die Schüler individuelle Kreuze und Fensterbilder für zu Hause gestalteten. Jeder freut sich nun, nach dem Brennen sein Kunstwerk daheim zu präsentieren. Zum Schluss machte die Gruppe noch einen Abstecher in die Glasfabrik von Poschinger. Hermann Wirsich erklärte sich spontan bereit, der Gruppe Geschichten aus dem Hüttenalltag zu erzählen. Dann durfte man den Glasbläsern am Ofen bei der Arbeit zusehen. Schnell war allen klar, dass dieses Handwerk ein sehr anstrengender und schwieriger Beruf ist und die Leistung der Glasmacher unsere Anerkennung verdient. Auf dem Heimweg waren sich alle einig: Ein Unterrichtsthema so hautnah zu erleben, macht nicht nur Spaß, sondern man lernt eine ganze Menge. Natürlich werden die gewonnenen Eindrücke und das neu erworbene Wissen in den nächsten Tagen vertieft und präsentiert. Einem nachhaltigen Lernerfolg sollte jetzt nichts mehr im Wege stehen.
E. Wenig